Berlinumrundung

Unser Studium haben wir in Berlin absolviert. Irgendwann haben wir den Entschluss gefasst mit dem Fahrrad um die Stadtgrenze zu fahren. Dies haben wir dann 1x jährlich bis zum Ende unseres Studiums getan.

(Die Karte darf mit freundlicher Genehmigung des Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern verwendet werden.)

Unsere Radstrecke um Berlin:




 

Berlinumrundung 21.09.2002

Wir schreiben den 21.09.2002 7:30 Uhr, es ist ein Samstagmorgen, es sind 19°C und wir sind in Berlin.
Nicolas und ich wollen heute einmal mit dem Fahrrad um Berlin fahren. Jetzt, nachdem wir gefrühstückt hatten, uns getroffen hatten saßen wir auf unseren Rädern und befanden uns auf dem Weg nach Teltow, raus aus Berlin. Es war noch sehr wenig auf den Straßen in und um Berlin los, wie soll es denn auch anders sein, Samstagfrüh. Hier und da sahen wir einige Menschen mit frischen Brötchen vom Bäcker kommend. Etwas später, so gegen 9 Uhr wurde es lebhafter auf den Straßen, jetzt wurden die Gehwege und Straßen gefegt und sauber gemacht. Und dann, noch etwas später war es dann wieder ein richtiger lebhafter Tag.

Aber nun zu uns. Unser Weg führte uns erst einmal Richtung Teltow, von dort aus Richtung Osten, über Mahlow, Dahlewitz und Königswusterhausen. Wir wollten auf unserer Umrundung niemals die Stadtgrenze von Berlin überfahren, in Mahlow wäre es aber fast so weit gewesen. Da hatten wir noch einmal Glück gehabt. Danach lief alles glatt, in Dahlwitz dachten wir beide, einen platten Reifen zu haben, es war aber bloß ein von Lindenharz verklebter Asphalt.
Die erste größere Ortschaft war Königswusterhausen, hier war richtig viel los. Jetzt ging's in nördlicher Richtung weiter, Erkner war unser nächstes Ziel. Unsere Kräfte reichten aber nur noch bis kurz hinter Ziegenhals. Jetzt machten wir unsere erste Pause, am Krossinsee.

Nach 20 min machten wir uns weiter. In Erkner wurde es dann ganz verzwickt. Ein Teil unserer Route führte durch Berlin, das gefiel uns nicht. Wir suchten uns einen Umweg. Ein Stück westwärts, dann durch einen Wald zum Aussichtsturm auf dem einen Kranichsberg bei Woltersdorf. Jetzt ganz schnell nach Altlandsberge, über Krummensee. Hier, 76 Meter über N.N. sahen wir den Fernsehturm, echt Klasse. Ein Stück weiter, in Bernau wollten wir in einem McDonalds unsere zweite Pause machen, wir fanden aber keinen. Bis nach Schönow fuhren wir noch und machten dort vor einigen Häusern Pause. Ein Mann sprach uns an:'Von wo kommt ihr, und wohin wollte ihr?' Unsere Antwort war 'aus Berlin und nach Berlin, einmal drumherum.' 'Es ist eine schöne Strecke, ich bin sie vor 30 Jahren auch einmal gefahren. Er wünschte uns noch viel Spaß und dann fuhren wir weiter. Jetzt war es über Schönwalde, bis nach Hohen - Neuendorf nicht mehr weit. Unser Kurs war Ost. Ab jetzt ging's nach Henningsdorf, hier fanden wir einen McDonalds und kehrten ein. Es war zur rechten Zeit, denn just in diesem Augenblick fing es an zu Regnen.

Nach 40 min Aufenthalt ging es weiter. Wir hatten das erstmal richtige Probleme den richtigen Weg zu finden. Denn im Süden würden wir auf die Berliner Stadtgrenze treffen, über einen Umweg im Norden hatten wir keine Lust. Uns blieb nur der Weg am Havelkanal entlang. Dies war leider ein Reitweg, es war sehr mühselig dort mit dem Rad im weichen Sand durchzukommen. Um unsere Kräfte wieder aufzufüllen machten wir auf der Kanalüberquerung der Falkenseer Straße eine weitere Pause.

Nicolas war nicht mehr zu bremsen, er legte jetzt ein mörderrisches Tempo vor, wir rasten mit über 32 km/ h bis nach Falkensee, hier hindurch bis zum Havelpark. Auf einer Brücke kurz vor dem Havelpark sahen wir zum zweiten Mal den Berliner Fernsehturm, diesmal von der anderen Seite - echt cool. Nachdem wir unser Tempo wieder etwas verringert hatten ging es weiter bis nach Potsdam. Mittlerweile war es dunkel geworden, in Potsdam waren die Menschen noch zahlreich unterwegs. Wir passierten den Hauptbahnhof und fuhren wieder Richtung Westen nach Teltow. Wir hatten es geschafft, wir waren einmal mit dem Rad um Berlin gefahren, 197 km die Runde. Jetzt nur noch schnell zurück zum Ausgangspunkt (7 km) und dann ab nach Hause.
Wir waren glücklich und sehr erleichtert es geschafft zu haben.

Gesamtkilometer: 221 km
Berlinumrundung: 197 km
Gesamtfahrzeit: 13h:20min
Fahrzeit um Berlin (ohne Pausen): 9h:15min

Berlinumrundung 05.08.2003

Dieses Jahr musste ich leider allein fahren. Es hat mir dennoch Spaß gemacht. Die Strecke ist zwar ein wenig kürzer geworden, 6 km sind auch nicht die Welt. Veränderungen am Ausbau der Strecke gab es nicht.

Gesamtkilometer: 221 km
Berlinumrundung: 191 km
Gesamtfahrzeit: 11h:27min
Fahrzeit um Berlin (ohne Pausen): 8h:44min

Berlinumrundung 13.10.2004

Im großen und ganzen hat sich die Strecke nicht geändert. Es sind Baustellen weggefallen und vielen neue hinzugekommen. Der Süden von Berlin fährt sich unserer Meinung nach immer noch sehr schlecht. Zu viel Verkehr auf zu kleinen Straßen. Im westlichen Teil hat sich nur zwischen Henningsdorf und Schönwalde der Radweg am Havelkanal verbessert. Dieser ist jetzt zur Hälfte bitumiert und der Rest ist festgestamfter Schotter.
Im Streckenabschnitt Königswusterhausen - Bernau gibt es einige kleine Fahrbahnaus-besserungen. Im Norden hat sich nichts verändert.
Unsere Strecke haben wir ein klein wenig optimieren können. In Henningsdorf sind wir direkt zum Havelkanal gefahren und konnten diesen ohne Ausweichrouten bis nach Schönwalde fahren. Wir haben in Mahlow eine bessere Ortsdurchfahrt gefunden und sind in Glasow auf die B96 gefahren. In Erkner haben wir unsere gefahrenen Kilometer weiter verringert, wir haben einen kürzeren Weg durch den Wald am östlichen Ufer des Falkensees gefunden.

Gesamtkilometer: 200 km
Berlinumrundung: 186 km
Gesamtfahrzeit: 11h:40min
Fahrzeit um Berlin (ohne Pausen): 8h:52min

 

Berlinumrundung 23.07.2005

Dieses Mal sind wir um 9 Uhr 15 Minuten in Berlin Schöneberg gestartet. Wir sind Richtung Teltow gefahren. Wie auf unserer ersten Berlinumrundung beginnen wir die Tour dort.

Unser Freund Ludwig, heute das erste Mal dabei, legt ein schönes Tempo von 30 km/h vor. Wir lassen Ihn vorfahren.
Das Wetter ist heute eher mittelprächtig - 14 °C, Wind west bis südwest, Regenwahrscheinlichkeit 50%. Was für Aussichten! Aber Nico wollte es ja etwas kühler haben, 30 °C sind zu warm. Die Kilometer nach Königswusterhausen merken wir nicht in den Beinen, wir kommen sehr gut voran, dem Westwind sei Dank. In Erkner geht es durch den Wald, dann Richtung Rüdersdorf. Dort machen wir eine lange Pause und verzehren ein leckeren Döner. Die Strecke hat sich bist hier nicht geändert, es ist alles noch wie beim letzten Mal.

Frisch gestärkt geht es weiter. Jetzt, nach 90 km merkt Ludwig seine Muskeln in den Beinen, d.h. eigentlich merkt er sie nicht mehr :-). Die ersten Ermüdungserscheinungen machen sich bemerkbar. Damit Ludwig noch Spaß am Fahren hat, wir zu dritt wieder in Teltow ankommen, machen wir alle 15 km eine kleine Rast. Und siehe da, die Energie für die nächsten Kilometer ist wieder da. Bei Altlandsberg wird das Wetter immer schlechter, Regen zieht auf. Es fängt leicht an zu nieseln. Regen und 14 °C vertragen sich nicht so gut, es wird ziemlich kühl.
Bernau liegt hinter uns, wir fahren jetzt gute 22 km/h. Der Regen lässt nach und aus Berlin bekommen wir per SMS die Nachricht, es regnet aus Eimern.
Wir sind mittlerweile in Henningsdorf, fahren am Havelkanal entlang und erholen uns bei einer schönen Aussicht. Falkenberg ist schnell durchfahren, der Havelpark bleibt rechterhand auf der Strecke und wir, wir nähern uns unaufhaltsam Potsdam. Ludwig kommt die Gegent bekannt vor, beflügelt mit dem Wissen, es ist nicht mehr weit, mobilisiert er die letzten Energiereserven. In Potsdam hat es heute nicht geregnet, es ist hier richtig warm.

Nun sind es noch wenige Kilometer bis nach Teltow. Am Ortseigang setzten wir uns in den McDonalds und essen zu abend. Nach dieser letzten Stärkung sind die nun folgenden 2000 m bis zur vollen Runde kein Problem. Ludwig hat es geschafft. Er hat Berlin bezwungen, er ist einmal mit dem Fahrrad um den Fernsehturm gefahren. Die letzten 10 km von Teltow bis nach Schöneberg sind auch kein Problem mehr.

Wir finden es toll, dass Ludwig sich immer wieder gefangen hat und diese Tour durchgehalten hat. Leider, aber da war das Wetter schuld, haben wir den Fernsehturm nicht sehen können. Es war zu diesig. Auf ein neues im nächsten Jahr.

Gesamtkilometer: 201 km
Berlinumrundung: 186,5 km
Gesamtfahrzeit: 12h:35min
Fahrzeit um Berlin (ohne Pausen): 8h