Radfernweg Berlin (D) Kopenhagen (DK)

Nicolas und Lars, 658 km in 5 Tagen. 47,20 Stunden waren wir auf deutschen und dänischen Wegen unterwegs, 31,20 Stunden haben wir auf dem Sattel gesessen. Wir fuhren im Durchschnitt 21 km/h. Die Übernachtungskosten betrugen 204 € pro Person.

Die Karten der einzelnen Etappen und die Übersichtskarte dürfen mit freundlicher Genehmigung des Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern verwendet werden.

Wir, das sind Nicolas Ahlers und Lars Crusius, sind am 27.09.2004 in Berlin Spandau mit dem Fahrrad in Richtung Kopenhagen auf gebrochen.

Begonnen hat alles im Sommer dieses Jahres. Bei einer Fahrradtour im Norden von Berlin sind uns verschiedene Wegweiser des Radfernweges Berlin – Kopenhagen aufgefallen. Im Internet fanden wir schnell alle Informationen die wir brauchten.

630 grün – blaue Kilometer durch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und die dänischen Ostseeinseln*. Eine Strecke, die wir in 5 Tagen schaffen wollten. Die Planung ging schnell und war einfach. Wir bekamen beide zur gleichen Zeit Urlaub. Mehr Vorbereitung war auch nicht von Nöten, denn unsere Philosophie war simpel, morgens losfahren, immer den Schildern nach und abends, wenn es dunkel wurde schnell ein Quartier suchen.

Tag 1 | Berlin -> Wesenberg | 135 km | 21 km/h | 6h:25min | 9h:30min

So, jetzt geht’s erst mal auf die ersten Kilometer. Mein Weg beginnt in Berlin Schöneberg, ich bin gegen 8 Uhr früh losgefahren und traf Nicolas in Spandau. Von dort sind wir weiter in den Norden von Berlin gefahren, genauer gesagt zur ehemaligen deutsch - deutschen Grenze.  Hier starten wir offiziell.

Wir fahren nach Hennigsdorf und stellen gleich fest, dass das Wetter leider nicht auf unserer Seite ist. Es nieselt. Wir lassen uns dadurch aber nicht zurückschrecken. Ein Problem gibt es bei Regen jedoch, wir müssen nach unten schauen und sehen dadurch die Wegweiser sehr schlecht.

Wir freuen uns über den sehr guten Radweg. Wir fahren auch einer sehr schönen Bitumendecke. Der Radweg wird nach Hennigsdorf gleich von der Hauptstrasse in den benachbarten Wald geführt. Jetzt fährt es sich noch angenehmer, wir können uns, fernab des Autolärms, gut unterhalten. Wir fahren durch Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Borgsdorf, Lehnin und Oranienburg. Von Oranienburg passieren wir nur einige Strassen am Rande. In Friedrichsthal geht es mit der dort ansässigen Fähre über den Oder-Havel-Kanal. Wir bezahlen 0,50 € für eine Person und 0,50 € für ein Fahrrad. Die Fähre fährt im Jahr zwischen April – September täglich zwischen 08:00 Uhr und 20:00 Uhr und nach Bedarf. In unserem Bikelinebuch über den Radweg Berlin – Kopenhagen (1. Auflage) steht fälschlicher Weise, dass die Fähre nicht fährt. Alle Informationen zur Fähre gibt es bei Fährmann Hans Preus, Tel.: 03301/ 808003

Außerhalb der Fährzeiten gibt es eine ausgeschilderte Ausweichroute.

Das Wetter wird langsam besser, es ist zwar immer noch bewölkt, aber der Regen hört langsam auf. Nun geht es weiter über Bernöwe, Kreuzbruch, Liebenwalde und Bischofswerder. Von hier führe der gut ausgebaute Radweg am Vosskanal, über Zehdenick bis nach Burgwall, entlang. Der Radweg ist zur Linken von Kastanienbäumen begrenzt, diese haben schon ihr ganzes Laub verloren. Es ist hier richtig herbstlich. In Zehdenick machen wir in einem Imbiss am Marktplatz Mittag, wir entscheiden wir uns für Nudeln mit Gulasch – was will ein Radler auf Tour mehr.

Nach dieser Stärkung fahren wir am Wentowsee entlang. Hier liegen die Orte Marienthal, Zabelsdorf, Wentow und Dannenwalde. Die Strecke geht durch schöne Brandenburger Wälder. Etwas schockiert sind wir, als wir in Ravensbrück am ehemaligen Konzentrationslager für Mädchen vorbeigeführt werden. Auf den Hinweistafeln zur Geschichte ist von einer Verkleinerung des Geländes nach der Befreiung durch die russische Armee die Rede. Die Größe des heutigen Geländes ist aber immer noch erschreckend. Ebenso sind wir der Meinung, dass ein Konzentrationslager ein Mahnmal sein muss und nicht wie Ravensbrück als russischer Militärstützpunkt genutzt werden darf.

Mit dem Ort Ravensbrück erreichen wir auch die mecklenburgische Seenplatte. Nun folgen kleine Seen rechts und links im sprichwörtlichen Minutentakt. In Ravensbrück der Stolpsee, weiter nach Fürstenberg/ Havel mit dem Schwedtsee und in Steinförde der Peetschsee. Wir wollen eigentlich immer nach den Schildern fahren, hier zeigen uns diese aber einen kürzeren Weg. Der offizielle längere Weg geht über Neuglobsow, dies merken wir zu spät.

Nachdem wir Neudrosedow hinter uns gelassen haben, erreichen wir um 18:50 Uhr Wesenberg. Jetzt noch schnell in den Supermarkt, ein paar Lebensmittel einkaufen und dann ein Quartier suchen. Dieses finden wir in der Innenstadt über der Sparkasse, es ist sogar auf Radler spezialisiert. Hier bekommen wir ein hübsches kleines Doppelzimmer für 38,- €. Nachdem wir geduscht und uns umgezogen haben, gehen wir noch ein paar Spagetti essen. Dann geht’s ins Bett.

Unsere Meinung zum Quartier:

Das Zimmer ist sehr schön, sauber und ordentlich. Leider haben wir zwei zerrissene Handtücher. Die Fahrräder dürfen wir ins Haus stellen. Frühstück gibt es nicht im Haus. Wir müssen 2 Minuten zum benachbarten Bäcker gehen, dieser präsentiert uns eine reichhaltige Frühstücksauswahl.

Borchard’s Radlhus, Am Kohschietgang, 17255 Wesenberg, Tel.:039832/ 500, Fax: 039832/ 50100, info@rookhus.de

*) Dies ist der Werbeslogan der Radwegsbroschüre

Tag 2 | Wesenberg -> Krakow am See | 128 km | 20 km/h | 6h:20min | 9h:50min

Nach einem sehr guten Frühstück hat uns um 9:50 Uhr unser Sattel wieder, den Weg nach Waren finden wir schnell. Heute geht es zuerst nach Zwenzow. Hier müssen wir uns unsere Regensachen anziehen, ausziehen können wir dieser erst abends im Quartier.

Die Strecke über Blankenförde, Babke, Kratzeburg und Ankershagen, Wendorf bis nach Waren führt uns an Seen und Flüssen entlang, durch die Wälder und Wiesen von Mecklenburg-Vorpommern. Die Route ist leider wenig mit separaten Radwegen versehen. Hauptsächlich fahren wir an diesem Tag kleine, wenig befahrene Nebenstrassen. Das Fahren auf große Bundesstrassen bleibt uns erspart. Noch etwas finden wir an diesem Tag nicht so toll, es gibt heute immer wieder nicht asphaltierte Abschnitte. Ein wirklich sehr anstrengendes Stück geht mehrere Kilometer über einen unbefestigten Waldweg.

Kurz vor unserem Etappenziel in Krakow am See schwenkt der Radweg nach rechts, wir werden jetzt am nördlichen Ufer des Krakower Sees entlang geführt. Krakow am See erreichen wir gegen 18:45 Uhr. Nach einem erneuten Supermarktbesuch ist auch eine Unterkunft schnell gefunden, am Ortseingang hatten wir ein Hinweisschild des Gasthauses Meyer gesehen.

Unsere Meinung zum Quartier:

Das Zimmer ist sehr schön eingerichtet, ausgestattet mit einem Fernseher, Radio und CD-Player, einer Kochnische und einem geräumigen Bad. Pro Person werden 20,- € fällig. Das Frühstück ist sehr reichhaltig, es gibt frische Brötchen. Die Fahrräder können wir im abgeschlossenen Innenhof trocken unterstellen.

Gasthaus Meyer, Güstrower Strasse 4, 18292 Krakow am See, Tel.: 038457/ 23586

Tag 3 | Krakow am See --> Marielyst | 114 km | 21 km/h | 5:h32min | 6h:40min

Unsere Kleider haben die Nacht über schön trocknen können, allerdings fragen wir uns nach einem Blick aus dem Fenster warum? Es regnet in Strömen, wir haben unser Quartier gleich in Regenmontur verlassen. Wir fahren die Hauptstrasse ein Stück zurück und biegen nach links Richtung Bellin ab. Wir haben es heute sehr eilig, aufgestanden sind wir um 7:00 Uhr und um 8:50 Uhr mit den Fahrrädern losgefahren. Unsere erste große Station ist Güstrow, hier fahren wir schnell ohne Halt durch. Dann kommt der ’beste’ Teil des Berlin – Kopenhagenradwegs. Dieser führt nach Güstrow am Bützow-Güstrow Kanal entlang. Nur ist der Radweg hier in keinster Weise ausgebaut. Es ist ein reiner Feldweg mit einem Schlagloch am anderen. Da es die ganze Zeit regnet, der Weg aufgeweicht ist, sehen wir und unsere Fahrräder in Bützow, hier haben wir wieder ein Teerdecke, richtig eingesaut aus. Der weitere Streckenverlauf ist unspektakulär. Wir fahren auf kleinen, wenig befahrenen Nebenstrassen über Brandow nach Schwaan. Jetzt sind wir auf unserer heutigen Zielgeraden, immer nur Richtung Norden, nach Rostock. Um 12:55 Uhr passieren wir die Stadtgrenze und freuen uns gleich den Überseehafen zu erreichen. Leider sind es bis dahin noch ca. 20 km. Eigentlich in 1 Stunde zu schaffen. Aber nicht bei der Rostocker Ampelschaltung. Den Überseehafen erreichen wir um 14 Uhr, die Fähre steht zwar noch da, man lässt uns aber nicht mehr drauf. Schade, wir haben uns so beeilt. Die 93 km bis hierher sind wir mit 21 km/h in 5h:10min und einer reinen Fahrzeit von 4h:25min gefahren. Die nächste Fähre geht um 18 Uhr. Jetzt können wir uns im Hafenrestaurant wieder trocken legen. Wir machen zuerst Mittag und erholen uns, einen Blick in der Boulevardpresse (Bild) gönnen wir uns auch.

Um 18 Uhr geht unsere Fähre, wir an Board und in freudiger Erwartung auf die nächsten Tage. In Gedser bekommen wir von einem netten Fährmitarbeiter den Hinweis bis nach Marielyst zu fahren, dort gibt es ein preiswertes Bed & Breakfast. Die Telefonnummer steht in unserem Übernachtungsregister, wir rufen kurz an, kündigen unser Kommen an und machen uns auf den Weg. Es ist sehr warm in Dänemark, die Temperaturen fallen erst kurz vor dem Quartier stark gegen null. Die Fahrt im Dunkeln ist dazu sehr angenehm, der Radweg ist sehr gut ausgebaut und größtenteils sehr weit ab der Landstrasse. Wir fahren eine lange Steigung hoch, oben angekommen geht die Strasse nach Marielyst nach rechts ab, dieser folgen wir bis zum Kreisverkehr und biegen hier nach links ab, unser Quartier liegt nach ca. 500 m auf der rechten Straßenseite. Es ist jetzt 21:30 Uhr. Wir haben unsere ersten 21 km in Dänemark hinter uns gebracht, dafür haben wir 1h:08min Fahrzeit, mit Pause 1h:30min gebraucht.

Unsere Meinung zum Quartier:

Das Zimmer ist gut vorgeheizt. Im Zimmer steht ein Ölradiator, mit diesem bekommen wir wieder alle Sachen trocken. Die Dusche ist nicht auf dem Zimmer, wir müssen 20 Meter um das Haus herumgehen. Das Zimmer, die Dusche und die ganze Anlage sind sauber und sehr gepflegt. Zum Frühstück gibt es jede Menge Brot, Aufschnitt und Marmelade. Es ist sehr lecker. Preis für das Doppelzimmer 47,- € inkl. Frühstück.

Marielund, Stovby Ringvej 8, Marielyst – 4873 Vaeggerlose, Tel.: +45 654 134419, marielund@e-box.dk

Tag 4 | Marielyst -> Tappernoje | 143 km | 20 km/h | 7h17min | 11h:20min

Wir haben richtig gut geschlafen und sehr gut gefrühstückt und schon gesehen wo wir einkaufen können. Ein Aldi ist gleich um die Ecke. Dort decken wir uns mit dem Notwendigsten ein und machen uns wieder auf den Weg. Aber nicht nach Kopenhagen, sondern zum Strand. Wir wollen kurz an die Ostsee. Der Strand ist der Beste den wir in Dänemark während der Tour gesehen haben. Wir erfreuen uns an dem schönen Anblick, dem weißen Sand, der ruhigen Ostsee und dem strahlend blauen Himmel. Heute ist T-Shirt Wetter, keine Regenwolken in Sicht.

So, genug gefreut. Zuerst müssen wir wieder 4 km zur Hauptstrasse zurück und dort auf unseren Radweg, die Nationalroute 9. Vor uns liegt Nykobing, die Fahrt durch die Stadt sparen wir uns, wir wollen schließlich nach Kopenhagen. Von Nykobing aus fahren wir Richtung Osten, es geht ein kurzes Stück auf der Hauptstraße entlang, dann weiter auf einem Radweg und wir erreichen wieder die Ostsee. Von hier aus geht es immer an der Küste entlang, immer der Nationalroute 9 folgend. Dieser Radweg geht bis nach Kopenhagen und wird über kleine Nebenstrassen und befestigte Schotterweg an der dänischen Küste entlang geführt. Stubbekobing erreichen wir zur Mittagszeit, die Fähre nach Bogo By fährt leider nicht mehr. Diese fährt nur zwischen Mai und September. Fragen zur Fähre können der Subbekobing Turistinformation unter stbkturist@mail.tele.dk gestellt werden.

In einem Italiener machen wir Mittag und werfen dabei einen Blick auf den weiteren Streckenverlauf. Jetzt geht es auf einen Umweg, eine Ausweichroute für die Fähre. Diese geht von Stubbekobing nach Vordingborg und von hier wieder Richtung Osten, in Richtung der offiziellen Strecke.

In Kalvehave treffen wir wieder auf unsere Strecke. Eigentlich müssen wir jetzt noch nach Süden fahren, dort den Streckenabschnitt um Stege fahren, diesen Teil lassen wir aber weg. Unser Umweg ist bis hier schon 17 km länger als der normale Teil der Strecke.

Wir fahren also weiter Richtung Kopenhagen, leider nicht mehr so dicht an der Ostsee entlang wie zu Beginn des Tages. Die Strecke ist dennoch sehr schön. Dunkel wird es auch schon, unser Ziel Praesto liegt wenige Kilometer vor uns. Dort fragen wir uns zu einem Bed & Breakfast durch. Als wir dort ankommen stellen wir fest, dass dieser Service 2002 eingestellt worden ist. Wir bekommen dort aber einen Tipp für eine Unterkunft. Leider ist dort niemand zu erreichen, auf unser Klingeln reagiert niemand und das Telefon klingelt im Büro. Eine Handynummer ist nicht zu finden.

Wir fahren weiter in den Ort hinein und kommen an einer Schule vorbei. Dort fragen wir einen noch arbeitenden Lehrer nach einer Unterkunft. Es gibt zwar noch ein Haus mit der Bezeichnung Hotel, dies sollen wir aber meiden, es heißt bloß Hotel. Wir schauen in unserem Unterkunftsregister nach, dort finden wir außerhalb von Praesto ein Hotel. Der Lehrer zückt sofort sein Telefon und reserviert für uns ein Zimmer, dann beschrieb uns den Weg und wir machen uns auf den Weg. Wir müssen noch 1 Stunde durch die Nacht fahren, die Temperatur fällt und fällt, es sind ca. 6°C und um 22:00 Uhr kommen wir total durchgefrohren am Hotel an. Die letzten Kilometer hätten wir sonst am nächsten Tag fahren müssen. Es war also kein Umweg.

Wir waren froh endlich im Warmen zu sein. Gegen später sah ich noch nach dem Mond, es ist leicht bewölkt und bitter kalt draußen. Unser Zimmer liegt direkt am Praesto Fjord, mit Blick auf die Ostsee auf der sich der Mond spiegelt, die Aussicht ist einfach spitzenmäßig.

Unsere Meinung zum Quartier:

Ein sehr nobles Restaurant mit wenigen Zimmern. Alles sehr sauber und nobel. Das Frühstück ist sehr reichhaltig und lecker. Es gibt Brot und Brötchen. Preis für das Doppelzimmer 715,- DK(ca. 96,- €)  inkl. Frühstück

Fjordkroen, Baekkeskovstraede 23, 4733 Tappernoje, Tel.: +45 5596 5810, Fax: +45 5596 6128, info@fjordkroen.com, www.fjordkroen.com

Tag 5 | Tappernoje -> Kopenhagen | 138 km | 20 km/h | 6h:44in | 10h

Um 10:30 Uhr geht es wieder los. Wieder rauf auf unsere Sättel und Meter für Meter nach Norden. Wir passieren den Ort Strandegard, der Radweg wird jetzt durch den Wald geführt, auf einen festen Schotterweg. Es geht immer noch an der Küste entlang, wir haben einen sehr schönen Blick auf die Ostsee. Wir durchfahren Rodvig, Mandehoved Stroby und kommen nach Koge. In Mandehoved angekommen, sehen wir am anderen Ufer ein großes Kraftwerk. Dieses steht am Stadtrand von Kopenhagen. Wir haben also schon einen Blick auf unser Ziel geworfen. 3 km vor Koge wird der Radweg an eine stark befahrene Strasse geführt, wir haben zwar einen von der Strasse getrennten Radweg, aber tagelanger Ruhe auf Nebenstrassen ist es sehr ungewohnt, Straßenlärm neben sich zu haben. Wir fahren durch das Zentrum von Koge und können uns an sehr schönen alten Häusern erfreuen.

Am Ortsausgang sehen wir zwei Schilder, eines für Autofahrer mit 38 km nach Kopenhagen und eines für unseren Radweg mit 58 km nach Kopenhagen. Der Radweg geht jetzt im ruhigen Hinterland parallel zur Küste entlang in Richtung Kopenhagen. In Greve fahren wir rechts, hinunter bis zum Strand. Jetzt wird es immer schwieriger den Radweg im Auge zu behalten, es fehlen auf einmal alle Schilder und weit und breit keine Spur vom Radweg Nr. 9. Ein Radweg an sich ist zwar noch da, aber die Beschilderung fehlt. Wir versuchen anhand unseres Bikelinebuches die Strecke wieder zu finden, aber an jeder Kreuzung müssen wir erneut auf die Karte schauen. Und noch 20 Kilometer bis nach Kopenhagen.

Dann kam etwas das wir gar nicht gebrauchen konnten, es dämmerte langsam. In dieser Situation, an jeder Kreuzung, also ca. alle 200 Meter auf die Karte schauen zu müssen, entschlossen wir uns, auf dem Radweg an der Hauptstrasse bis ins Zentrum zu fahren. Wir stellten fest, es ist eine gute Entscheidung. Der Radweg ins Zentrum fährt sich gut, die 20 km ins Zentrum fahren wir wieder im Dunkeln und sind innerhalb einer Stunde am Bahnhof.

Wir fragen am Bahnhof einige Taxifahrer nach einer billigen Unterkunft. Sie nennen uns ein Bed & Breakfast, dieses ist aber weit vom Zentrum entfernt. Kurz entschlossen buchen wir um 20:30 Uhr ein Doppelzimmer im Cab Inn, dort sind wir auf dem Weg zum Bahnhof vorbei gekommen, machen uns frisch und gehen ins Zentrum. Heute gibt es keine Nudeln, keine Kraftnahrung mehr, wir lassen uns eine Pizza schmecken und schauen uns noch ein wenig in der Stadt um. Alles in allem ist es ein sehr schöner Abend.

Unsere Meinung zum Quartier:

Zimmer sehr sauber und gepflegt, etwas klein mit einem Doppelstockbett. Ein kleiner Balkon ist auch vorhanden. Das Zimmer hat einen Fernseher und ist ansonsten nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Die Fahrräder haben wir in die Tiefgarage gestellt. Preis für das Doppelzimmer 630,- Dk (85,- €) + Frühstück 60,- DK (7,- €).

Cab Inn City, Mitchellsgrade 14, DK-1568 Copenhagen, Tel.: +45 33461616, Fax: +45 33461717, city@cabinn.dk, www.cabinn.com

Tag 6 | Rundfahrt Kopenhagen | 53,5 km | 15 km/h | 3h:34min | 5h:50min

Das Frühstück ist wirklich gut und sehr viel. Dann laufen wir die 5 Minuten zum Bahnhof und kaufen uns unsere Fahrradtickets. Dabei müssen wir feststellen, dass die deutsche Bahn mal wieder Mist gebaut hat. Wir brauchen für die dänische Strecke von Kopenhagen nach Kolding eine Reservierung. Es ist auch nichts mehr im Zug frei. Die nette Dame findet aber eine Ausweichroute. Dadurch müssen wir 30 Minuten eher los fahren und noch einmal mehr umsteigen. Nach unserer Rückkehr in Berlin fragten wir bei der Deutschen Bahn im Bahnhof Berlin Zoologischer Garten nach, schilderten unser Problem. Dabei stellten wir fest, die Strecke ist als  reservierungspflichtig im Computer vermerkt. Warum man uns dies nicht mitteilte, kein Kommentar, bitte wenden Sie sich an den Kundenservice. Von diesem erhielten wir ein Schreiben mit folgendem Wortlaut:

„ Sehr geehrter Herr Crusius, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 07. Oktober dieses Jahres. Mit Bedauern haben wir die von Ihnen geschilderten Unannehmlichkeiten zur Kenntnis genommen. Eine Reservierungspflicht für Fahrräder im InterCity 829 von Kopenhagen nach Kolding besteht nicht. Da im genannten Zug nur eine begrenzte Anzahl an Fahrradstellplätzen zur Verfügung steht wird um eine Reservierung gebeten. Diese Aussage bezieht sich aber auf alle Züge mit Fahrradmitnahme im Fernverkehr. Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen weiterhelfen und freuen uns, wenn Sie auch in Zukunft die Bahn als ökologisches Verkehrsmittel bevorzugen.“.

Wir finden dies ist eine tolle Stellungnahme. Man hat uns nie eine Reservierung für den IC829  vorgeschlagen noch empfohlen.

Nun wieder zurück nach Kopenhagen. Wir haben unsere Tickets gekauft und gehen jetzt noch schnell Souvenirs kaufen. Im Hotel schreiben wir noch schnell ein paar Postkarten und fahren  mit unseren Fahrrädern Richtung Süden. Wir kommen am Flughafen vorbei und erreichen die südöstliche Landspitze. Dort, vom Dragor Havn haben wir einen sehr schönen Blick auf die Öresundbrücke. Nach einiger Zeit fahren wir zum Flughafen zurück, essen in einem Imbiss zu Mittag und beobachten dabei startende Flugzeuge. An der Ostküste Dänemarks fahren wir wieder nach Norden, schauen uns das Viertel Christiania an. Dann geht es zur Oper und zum Nordhafen. Der Himmel zieht sich leider immer weiter zu, es wird auch langsam dunkel. Wir machen uns jetzt wieder auf den Weg zum Hotel. Vorbei geht es an der Sankt Albans Kirche, der Amalienborg, der Frederikskiche. Den Abend beschließen wir in einem Steakrestaurant in der Innenstadt. Zurück im Hotel stoßen wir noch mit Rotwein auf unsere Tour an.

Tag 7 | Rückfahrt Kopenhagen -> Berlin | 0 km | 0 km/h | 9h

Wir sind gegen 07:30 Uhr am Bahnhof, wir hatten gerade noch im Hotel gefrühstückt und kaufen uns jetzt noch schnell eine Zeitung, dann aber ab in den Zug. Die Zugfahrt verläuft ohne Probleme, das Umsteigen klappt auch. Von Padborg nach Hamburg fahren wir mit der Nord – Ostsee – Bahn. Diese Teilstrecke ist sehr laut, die Wagons der Bahn sind schlecht isoliert. Hier trinken wir dann noch den Rest unseres Rotweins und schauen uns die Landschaft an. In Hamburg gehen wir zu McDonalds zu Mittag essen. Die Weiterfahrt nach Berlin ist sehr ruhig und klappe reibungslos.

Fazit

Die Fahrt auf dem Radweg Berlin – Kopenhagen hat uns sehr viel Spaß gemacht. Gut ist, dass die Strecke stark befahrene Strassen meidet und uns Radlern die ländlichen Gegenden näher bringt. Dadurch ergibt sich keine Direktroute nach Kopenhagen, man fährt man oft kreuz und quer durchs Land, hat dabei aber keinen bis sehr wenig Autoverkehr.

Der größte Teil des Radweges ist auch sehr gut ausgebaut. Nur auf wenigen Kilometern fehlt ein fester Untergrund. Waldwege fahren sich bekanntlich schlechter als asphaltierte Wege. Brandenburg hat die besseren Radwege, in Mecklenburg-Vorpommern sind es oft nur Waldwege und kleine Nebenstrassen. Die Beschilderung in Brandenburg ist vorbildlich, in Mecklenburg-Vorpommern ist die Beschilderung schlechter. Die Weiterfahrt an Kreuzungen ist hier nicht immer eindeutig zu erkennen. Schwierig ist auch, den Radweg Berlin- Kopenhagen von anderen Radwegen zu unterscheiden. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Radwegssymbole aufgeklebt und diese Aufkleber ausgebleicht. In Brandenburg sind die Symbole aufgedruckt und dadurch immer gut zu sehen.

In größeren Städten fehlen ab und an einige Schilder. In Dänemark findet sich kein einziges Hinweisschild auf den Berlin – Kopenhagen Radweg. Wir fahren hier auf dem nationalen Fahrradweg Nummer 9. Der nationale Radweg ist sehr gut ausgeschildert, Kilometerangaben sind auch vorhanden.

Kurz vor Kopenhagen ist die Beschilderung jedoch mangelhaft. Die Schilder fehlen. Ab dem Bereich Hundige Strand ist nicht mehr mit der Ausschilderung zu rechnen. Es kann sein, dass diese im Süden von Kopenhagen wieder vorhanden ist, aber da wir ab Hundige Strand nicht mehr auf der Strecke gefahren sind, können wir uns dazu nicht äußern.

Ihr solltet auf jeden Fall gute Karten mitnehmen. Uns hat das Bikeline Buch sehr gut gefallen. Hier sind auf 3 Seiten Informationen zur Strecke, auf einer Seite eine detaillierte Karte. Auf dieser ist jede Kreuzung zu erkennen. Diese Karten haben wir zu Rate gezogen, wenn der weitere Weg unklar war.

Uns hat unsere Fahrradtour von Berlin nach Kopenhagen sehr viel Spaß gemacht, wir haben viele einsame und schöne Gegenden gesehen. Die sonnigen Tage in Dänemark haben uns für die 3 regnerischen Tage in Deutschland entschädigt. Eine Tour die sich auf alle Fälle lohnt.