Radtour nach England - von Stendal (D) nach Preston (GB)

1478,38 km in 10 Tagen. 91,25 Stunden war ich unterwegs, davon habe ich 69,32 Stunden auf dem Fahrrad verbracht. Ich fuhr im Durchschnitt 21,33 km/h. Die Übernachtungskosten betrugen 342,46 €.

Tag 1: Der Anfang | Stendal -> Schellerten | 163 km | 22,91 km/h | 7h:06min | 9h

01.06.2002
Aller Anfang ist schwer. Um 10:50 Uhr ging es in Stendal los. Immer Richtung Gardelegen, auf der B188. Dann über Oebisfelde, Wolfsburg, Lehrte und Braunschweig, durch Hildesheim nach Schellerten. Den Weg bis nach Wolfsburg kannte ich schon, ich bin ihn oft mit dem Auto gefahren. Es war aber ein ganz anders Gefühl, diesen jetzt mit dem Rad zu fahren. Das Wetter war nicht so schön, es war windig. Und ich hatte das Pech, diesen von vorn zu haben. Die Strecke war in Ordnung, hier und da konnte ich auf einem guten Radweg, ansonsten nur auf der Straße fahren. Der Belag bot sehr wenig Reibungswiederstand, dies machte den Kampf gegen den Wind und einzelne Hügel leichter. Gegen Nachmittag zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen und das Wetter wurde deutlich besser. Die erste Pause gönnte ich mir nach 50 km. Irgendwo hinter Gardelegen. Ich stärkte mich, aß einen Snickers, ein paar belegte Brote und genoss mein Stendaler Leitungswasser. In Wolfsburg angekommen, machte ich es mir in einem Eiscafe bequem. Nach 90 km war es Zeit, einen Milchshake zu trinken. Just in diesen Minuten, war das Spiel Deutschland gegen Saudi Arabien zu Ende gegangen. Auf den Straßen war die Hölle los. Ich erfuhr den Grund aber erst am Abend, durch die Nachrichten. Nachdem ich mich gut durch Wolfsburg geschlagen hatte, näherte ich mich Braunschweig. Hier dauerte es richtig lange, bis ich wieder auf der richtigen Straße stadtauswärts war. Nach 140 km passierte ich Vechelde und pausierte erneut. Gegen 19:45 Uhr traf ich in Schellerten ein und fand auch gleich einen Hinweis auf eine Unterkunft. Kurz nach dem Weg gefragt, und schon stand ich vor einem sehr schönem Haus. Nach freundlicher Begrüßung durfte ich mein Rad in der Garage unterstellen und mir wurden die Räumlichkeiten gezeigt. Ich war sehr zufrieden. (Preis 21,- €) Mein Urteil zur Unterkunft: Es war alles top in Ordnung. Sehr gute und gepflegte Zimmer, sauberes Bad und ein sehr reichliches und ausgezeichnetes Frühstück (Brötchen, Ei, Cornflakes, etc.) Rückblickend kann ich sagen, es war das beste Frühstück auf der Fahrradtour. Informationen und die Kontaktadresse bitte der Homepage entnehmen: http://www.bedandbreakfast-hinterthuer.de

Tag 2: Die längste Etappe | Schellerten -> Warendorf | 181 km | 23,47 km/h | 7h:42min | 9h:15min

Um 8 Uhr klingelte der Wecker, ich frühstückte ganz lecker und dann ging es auf der Landstraße nach Hildesheim. Die Straße bis nach Hildesheim ist mit sehr guten Radwegen ausgestattet gewesen. In Hildesheim selber, hat das Radfahren ebenso Spaß gemacht. Bis auf einige Kilometer, vor und nach Lemgo ist die Strecke heute mit sehr vielen, schönen Radwegen versehen. Nach 55 gefahrenen Kilometern hatte ich kurz vor Hameln meine erste Pause eingelegt. Dann ging es weiter bis nach Aerzen. Dort habe ich dann meine ursprüngliche Strecke geändert (siehe auf der Karte - Blaue Linie). Ich wollte nicht mehr auf der Hautstraße fahren, und hatte mich für eine kleinere aber auch steilere Straße entschieden. Es ging richtig schön steil nach oben. Nach Alverdissen war es dann aber bald geschafft. Die Straße fiel steil ab, ich fuhr eine Serpentine und war wieder auf der ursprünglichen Route. 105 km waren geschafft, Lemgo lagt hinter mir und ich gönnte mir die 2. Pause. Es war richtig heiß heute. Der Weg nach Bielefeld war schnell gefunden, die Radwege hier waren sehr, sehr schlecht. Ich irrte ein wenig durch die Stadt, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war. Steinhagen war nach rechts ausgeschildert, dieser Straße folgte ich. Es fuhr sich hier wirklich sehr gut, einige kleinere Ortschaften lagen auf meinem Weg, die Straßen und die Radwege waren super. Die Natur zeigte sich mit jedem Kilometer ein wenig mehr. So war es kein Wunder, dass die Straßen zwischen den Orten, nun 8 - 10 km, nur durch Wälder und Wiesen führten. Irgendwo auf dieser Strecke, zwischen Steinhagen und Harsewinkel, machte ich meine 3. Pause. 150 km waren geschafft. Bis nach Harsewinkel, meinem Etappenziel war es nun nicht mehr weit. Dort angekommen, dachte ich aber noch nicht ans aufhören. Ich hatte seit einigen Kilometern so schönen Rückenwind. Diesen musste ich nutzen. Ich entschloss mich, noch bis nach Warendorf zu fahren. So langsam bekam ich einen Leistungseinbruch. Die Kräfte wichen aus meinem Körper. Es war zwar nicht mehr weit, aber ich brauchte eine Pause. Bis hier waren es 175 km. In Warendorf angekommen fand ich im Zentrum auch gleich ein schönes Hotel - Hotel Johann (Preis 37,- €). Das Personal hätte etwas freundlicher sein können. Ich bekam mein Zimmer, stellte mein Rad in die Garage und duschte. Mein Abendessen servierte mir der Italiener in der Fußgängerzone. Meine Portion Ravioli alla Salvia war jedoch sehr dürftig. Mein Urteil zur Unterkunft: Das Zimmer war sehr gut, die sanitären Anlagen waren sauber und machten einen gepflegten Eindruck. Ich hatte sowohl Dusche als auch eine Badewanne. Beim Frühstück war die Auswahl begrenzt, Brot und Brötchen waren zwar genug da, aber es hätte mehr Möglichkeiten zum Belegen geben können. Informationen und die Kontaktadresse bitte der Homepage entnehmen: http://www.hotel-johann.de

Tag 3: Probleme | Warendorf -> Wedel | 160 km | 21 km/h | 5h:41min | 7h:55min

Um 9:35 Uhr ging es los. Mit diesen großen Abständen zwischen den Dörfern und Städten kam ich heute besser klar. Es ergab sich aber eine Situation, mit der ich nicht im geringsten gerechnet hatte. Ich befand mich zwar im Flachland, dies hinderte aber die Straßenbauer damals nicht daran, diese über jeden Hügel zu bauen. So ging es immer rauf und runter. Die Straße war zwar gerade, größtenteils auch sehr gut, aber immer ging es die Hügel hoch und runter. Die Straße nach Appelhülsen und Haltern war in Ordnung, aber danach war es die Hölle. Das Stück bis nach Schermbeck entpuppte sich als das schlechteste der ganzen Tour. Diese 20 km musste ich auf einer sehr schmalen, stark befahrenen und schlechten Straße fahren. Der Lkw-Verkehr war hier sehr stark. Alle paar hundert Meter kam einer von vorn, oder es überholte mich einer. Die Situation war sehr brenzlig, den es gab keinen Seitenstreifen. Der Straßenbelag war auch sehr rau und wellig.

Die Pausenabstände der Vortage konnte ich nicht einhalten. So stoppte ich heute nach Appelhülsen (bei 50 km), hinter Wulfen (ca. 80 km) und 18 km vor Wesel (102 km). Mein rechtes Knie bereitete mir heute Probleme. Es schmerze bei jeder großen Kraftanstrengung. Als ich dann in Wesel ankam, hörte ich lieber für heute auf, ich wollte mein Knie schonen. Deshalb suchte ich mir ein Quartier, dabei war mir eine Mitarbeiterin des ADACs (Filiale am Ortseingang) sehr hilfreich. Mein Etappenziel Geldern verpasste ich somit um 32 km. Noch kurz etwas zu Münster, diese Stadt betitelt sich als große Radfreundliche Stadt. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Die Radwege waren zum Teil schlecht, holprig, von Wurzeln angehoben und aufgerissen. Die Ausschilderung ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Ich fuhr nach den Wegweisern und stand plötzlich vor einer Kraftfahrstrasse. Eine Ausschilderung auf eventuelle Radwege gab es nicht. Erst nach Auskunft eines Polizisten kam ich wieder auf den rechten Weg.

Mein Urteil zur Unterkunft: Das Zimmer mit Waschbecken, Frühstück und einem Etagenklo mit einer Etagendusche kostete mich 25 €. Ansich nicht schlecht. Das Zimmer roch aber sehr nach abgestandenem Rauch. Die Gardinen waren auch schon ewig nicht mehr gereinigt worden. Auch die Öffnung des Dachfensters änderte am Geruch nicht viel. Die sanitären Anlagen waren ansich ok. Dusche und Klo waren sauber, aber auf die kleinen Dinge achtete man scheinbar weniger. Der Vorleger vor der Dusche war schmuddelig. Am Abend fing es dann an zu regnen. Da ich das Fenster schließen musste, heizte sich das Zimmer schnell auf und mir lief nachts der Schweiß vom Körper. Dadurch wachgehalten, hielt sich mein Schlaf in Grenzen. Ebenso trug die völlig durchgelegene Matratze ihren Teil dazu bei.

Als ich dann am Morgen zum Frühstück ging erlebte ich die nächste Überraschung. Vom kühlen, gut durchlüfteten Flur lief ich wie gegen eine Wand, als ich den Frühstücksraum betrat. Hier war die Luft ebenso abgestanden und heiß wie in meinem Zimmer. Das Frühstücksangebot war auch sehr dürftig. Ich konnte keine Milch trinken, da eine Vertiefung in der Tülle der Kanne, von alter Milch schon ganz gelb war. Das erste Stück Butter war auch dunkelgelb und laut Verfall 3 Tage überfällig. Ich aß nur das Nötigste, bezahlte mein Zimmer, holte mein Rad aus der Garage und verschwand ganz schnell. Diese Übernachtung war die schlechteste der Tour und ich kann dieses Hotel niemandem empfehlen. Darum hier die Adresse: Hotel Zur Aue, Reeser Landstrasse 14, 46483 Wesel

Tag 4: Grenzen | Wedel -> Diest | 167 km | 23 km/h | 7h:11min | 10h:30min

Grenzen: Deutschland, Niederlande, Belgien

Nach dem schlechten Frühstück ging es um 8:35 Uhr auf die Piste. Durch Alpen bis nach Issum. Dort füllte ich meine Vorräte etwas auf. Brot, Käse, Wurst und Bananen waren mein Begehr. Ich erreichte Geldern, nun war die Grenze nach Holland nicht mehr weit. Es gab immer weniger Verkehr, die Straßen wurden kleiner und dann war ich auf einmal in den Niederlanden. In Venlo stand ich dann leider wieder einmal vor einer Kraftfahrstraße, ein Radweg war nicht vorhanden.

Zum Glück fand ich bei der Ortsdurchfahrt die Stadtinformation, dort fragte ich nach dem Weg und bekam auch gleich eine kleine Karte mit. Nun war es ein leichtes den richtigen Weg zu finden. Noch in Venlo, auf einer Wiese machte ich meine erste Pause. Bis hierhin waren es 57 km. Hinter Venlo ging es über Helden nach Weert. Auf der Karte fand ich diesen Steckenabschnitt schon interessant. Es schien eine endlos lange Straße nach Weert zu sein. Dies bestätigte sich auch. Es ging ca. 15 km nur geradeaus. Die Straße folgte einem Kanal und war leider nicht für Radfahrer freigegeben, auf einem Radweg auf der anderen Seite des Kanals kam ich dennoch nach Weert.

Alle 5 km gab es einen Kreisverkehr und die Kanalseite wurde gewechselt. So ging es bis nach Weert. Kurze Zeit später erreichte ich die Grenze nach Belgien. Meine 2. Pause machte ich bei 110 km. Auf dem Weg nach Hechtel näherte ich mich einem Radfahrer, nachdem ich ihn überholt hatte, setzte er sich in meinen Windschatten. Er machte auch keine Anstalten einmal vorbeizufahren. Doch der Zufall war auf meiner Seite, denn ein Plattfuß suchte sein Hinterrad heim. Nun konnte ich in einem ruhigerem Tempo weiterfahren. Der weitere Weg nach Diest gestaltete sich als nicht so schwierig, 8 km vor Diest machte ich meine 3. Pause, und stellte leider fest, daß es gar nicht so leicht ist, in Diest eine Unterkunft zu finden. Erst nachdem ich mich herumgefragt hatte, erklärte man mir, daß hier nur eine Jugendherberge (15 €) zu finden ist.

Noch kurz etwas zu den Radwegen, wenn man in Holland einen gefunden hat, ist er gut. In Belgien sind die Radwege aus Platten gebaut. Daher hat man alle 3m einen kleinen Huckel, wenn man über die Plattenkanten fährt. Mein Urteil zur Unterkunft:

Die Räumlichkeiten waren sehr gepflegt.Das Zimmer verfügte über ein Waschbecken und 2 Betten. Die Sanitären Anlagen waren ebenfalls sehr sauber. Das Frühstück war schlicht, gut und reichlich. Mein Rad verbrachte die Nacht im Fahrradkeller. Informationen und Reservierung unter: Jeugdherberg Den Drossaard, Sint-Jansstraat 2, 3290 Diest, Tel: 0032 13 313721, Fax: 0032 13 313721

Tag 5: Der erste Regen | Diest -> Torhout | 175 km | 22,5 km/h | 7h:48min | 9h:50min

9:25 Uhr war Aufbruch. Das erste Ziel war der Ort Aarschot. Der Wind kam heute aus Richtung Südwest, es war kalt (18°C) und es fing bald an zu nieseln. Jetzt mußte ich meine Regenkleidung das erste Mal anziehen. In der Nähe von Haacht, bei km 50 machte ich Pause. Hier konnte ich sehr schön die Flugzeuge vom Airport Brüssel starten sehen. Dann ging es weiter nordwestlich. Gut 19 km vor Gent machte ich erneut Rast. Das schöne war, die Wolkendecke ries auf und die Sonne schien (Temperatur 23 Grad) wieder. Ich trocknete meine Jacke und zog mir ein trockenes T-shirt an.

Bis hier hatte ich einen Schnitt von 20 km/h. Nun flog ich bis nach Lichtervelde, hier stoppte ich zum dritten Mal. Nachdem ich hier kein freies Zimmer im Motel an der Autobahn bekam, schickte man mich nach Torhout. Dort kehrte ich in ein schönes Hotel ein. Der Zimmerpreis betrug allerdings 50€. Den Abend rundete ich im Restaurant mit einem schönes Steak ab. Die Radwege waren heute sehr holprig und zum Teil sehr schlecht, sie wurden hinter Gent besser.

Mein Urteil zur Unterkunft: Ein kleines aber feines Zimmer hatte ich. Mein Rad konnte ich im Haus unterstellen und sowohl das Zimmer, die sanitären Anlagen, als auch der Rest vom Hotel waren sehr sauber und gepflegt. Bis auf den Preis war das Hotel in Ordnung. Informationen unter: Hotel DE BEIAARD, Markt 2, B-8820 Torhout, Tel.: 0032 50 221345, Fax: 0032 50 222794

Tag 6: Auf die Insel | Tourhout -> Dover | 118 km | 19,5 km/h | 6h:03min | 9h:20min

Grenzen: Belgien, Frankreich, Groß Britannien

Als ich mich um 10:10 Uhr auf den Weg machte, war es deutlich kühler als die letzten Tage. Über Nacht hatte es zudem noch geregnet. Auf den ersten Kilometern merkte ich, daß es heute nicht einfach wird. Der Wind kam die ganze Zeit von vorn. Zudem war es so kühl, daß ich mit Jacke fahren mußte. Ich schleppte mich von Kilometer zu Kilometer und erreichte nach gut 50 km den belgisch, französichen Grenzort.

Nach weiteren 5 km machte ich die erste Pause, wechselte mein T-shirt, aß und trank etwas. Kurz zuvor sah ich ein Schild, auf dem stand - Calais 55km. Somit hatte ich einen Anhaltspunkt und konnte am Tacho immer sehen, wie weit es noch war. Die Fahrt gestaltete sich noch weitaus schwieriger. Zum Wind kam noch der schlechte Straßenbelag hinzu. Er war so grob, daß ich dadurch eine Menge Reibung hatte. Der Wind peitschte mir ins Gesicht, und es gab keine Stellen, wo ich mich vor dem Wind schützen konnte. Die Straßen innerorts waren super, die Häuser boten mir Schutz, aber sobald ich wieder aus einem Ort heraus war, mußte ich wieder kämpfen. Nachdem ich weitere 30 km gefahren bin, ging mir in Gravesline die Puste aus und ich stoppte erneut.

Das nächste Ziel sollte Calais sein. Dort stellte ich erneut fest, daß die Städte keine Radfahrer mögen. Alle Schilder zum Hafen führten über die Autobahn. Erst nach einigem Durchfragen und Studium eines Stadtplans (an einer Tankstelle) fand ich den Weg durch die Stadt. Es ist schon ein cooles Gefühl, wenn man mit dem Fahrrad zum Hafen fährt um einzuschiffen. Ich kam gegen 17:15 Uhr am Hoverporthafen an, kaufte mir gleich ein Ticket, denn die Fähre ging um 18:00 Uhr. Auf dem Weg zu den Warteschlangen erblickte ich des Meer. Ich war beeindruckt - Festland Adé.

Ich fuhr mit dem Rad auf die Fähre, dabei schauten die Autofahrer nicht schlecht. Auf der Fähre habe ich dann erst einmal etwas gegessen und mir überlegt, wie es dann weitergehen sollte. Da der Seegang recht heftig war, schaute ich, wie alle um mich herum immer weißer wurden und dann kotzten. Ich ging dann hinaus auf Deck, es war kalt und stürmisch.

In Dover angekommen, fragte ich aus Jucks in einem Hotel an der Promenade nach dem Zimmerpreis - 75 Pfund. Ich fuhr darauf ins Zentrum und fragte bei der Feuerwehr nach einer preiswerten Unterkunft. Dort half man mir, ich bekam ein sehr nettes Guest House empfohlen. Dort habe ich dann für mein Zimmer 25 Pfund bezahlt (Faktor 1,5 -> ca. 37 €). Nachdem ich einen Geldautomaten noch um ein paar Pfund erleichtert hatte, ging ich mir mein Abendbrot bei McDonalds holen. Mein Urteil zur Unterkunft: Sehr schönes und komfortables Zimmer, gepflegter Sanitärbereich und sehr gutes Frühstück - das beste englische Frühstück der Tour. Mein Rad durfte ich hinters Haus stellen. Informationen und Kontakt: Christlyn's Guest House, Mrs. E. Heynen (Proprietress), 15 Park Avenue, Dover CT16 1ES, Tel.: 0044 1304 202302, Fax: 0044 1304 203317

Tag 7: Es ist kalt | Dover -> London (Bromley) | 131 km | 18 km/h | 7h:17min | 9h:15min

Nach einem leckeren Frühstück ging es los. Über die alte Folkestone Road nach Folkestone. Nach Folkestone war es in der nebligen und kalten (12°C) Morgenstimmung nicht einfach. Es ging 7 lange Kilometer bergauf. Oben angekommen bot sich mir ein richtig schöner Bilck von den Klippen. Der Nebel lichtete sich und ich sah, wie kleine Wassertropfen an der Klippe hochgeschleudert wurden. Auf einer steilen (15% Gefälle) Straße ging es nach Folkestone hinunter. Durch die Stadt durch und gegen richtig heftigen Wind nach Hythe. Ich konnte auf diesem Stück nur 12 km/h fahren, so heftig war der Wind. Nach Hythe ging es wieder, auf einer Länge von 7 km, auf die Klippen.

Leider war die Beschilderung der Straßen shlecht, ebenso wie der Straßenbelag. Auf den Wegweisern wurde nie der nächst größere Ort auf der Strecke angezeigt, sondern immer nur der nächste Ort, so klein wie er auch war. Mit meiner Falkkarte kam ich trotzdem sehr gut zurecht. Die Straße führte immer parallel zur Autobahn (M1). Ich fuhr auf der A20 nach Ashford. Das Profil meiner Stecke überraschte mich jedoch, es ging immer hoch und runter. 3 km vor Lenham machte ich meine erste Pause (51 km).

Nach der kurzen Rast ging es weiter. Ich passierte Maidstone und stoppte bei Borough Green, bei 91 Kilometern. Der weitere Weg nach London führte mich über Sevenoaks. Zügig kam ich durch die Stadt und erreichte mit einem schmerzendem Knie den Londoner Stadtteil Bromley. Hier fragte ich mich zu einem kleinen Hotel durch. Der Zimmerpreis 39,95 Pfund. Mein Urteil zur Unterkunft: Ich bekam anstandslos ein neues Zimmer, den im ersten ging die Klospülung nicht. Das zweite Zimmer war türkis und rosa gestrichen und hatte ein Himmelbett. Die Badzelle war ein wenig klein. Ansonsten war alles gut gepflegt, aber leider etwas staubig. Das Frühstück war auch ausreichend. Mein Rad stand über Nacht hinter dem Haus. Informationen und Kontakt: Avis Hotel, 33 Rodway Road, Bromley, Kent BR1 3JP, Tel.: 0044 20 8460 4033, Fax: 0044 20 8290 1312

Tag 8: Kampf durch London | London (Bromley) -> Kettering | 156 km | 21 km/h | 7h:26min | 9h:45min

9:20 Uhr ging es los. Auf dem gut ausgeschildertem Weg machte es, trotz des Berufverkehrs ein Menge Spaß, ins Zentrum zu fahren. Ich fuhr mit meinem Rad über die Towerbridge und genoss diesen Moment, ein Londoner photographierte mich und ich machte mich weiter auf den Weg. Jetzt wurde es deutlich schwieriger die richtige Straße zu finden. Um 13:30 Uhr war ich dann aus London raus. Hinter Sant Albans machte ich Pause - 69 km geschafft.

Jetzt wurden die Straßen besser, mein Knie schmerze zwar wieder, es ließ aber langsam nach. Ab Luton waren die Straßen top in Ordnung und es wurde richtig flach. Die Ausschilderung der Landstraßen wurde in nördlicher Richtung immer besser. Nachdem ich Bedford passiert hatte, machte ich bei 129 km meine 2. Pause.

Es ging immer auf der A6 entlang und da die Geschäfte auch am Wochenende auf hatten, kaufte ich noch Brot, Käse und Bananen ein. Salami gab es leider nicht abgepackt. Nach einer kleinen Rast bei km 144, erreichte Kettering. An einer Tankstelle wies man mir den Weg zu einem Guest House. Dort kostete das Zimmer 30 Pfund. Zu Abend aß ich bei McDonalds. Nur mal so am Rande, heute tat mir mein Po höllisch weh.

Mein Urteil zur Unterkunft: Alles war sehr antik eingerichtet. Es hat mir gefallen. Auf Nachfrage, teilte man mir, daß das Haus über 100 Jahre alt ist. Das Zimmer und das Bad waren sehr sauber und gepflegt. Das Frühstück war gut und ausreichend. Da ich im Seitenflügel mein Zimmer hatte, durfte ich mein Rad mit ins Zimmer nehmen. Informationen und Kontakt: Hawthorn House Hotel, 2 Hawthorn Road, Kettering Northants NN15 /HS

Tag 9: Kettering -> Buxton | 164 km | 20 km/h | 8h:09min | 10h:35min

Heute morgen ließ ich mir Zeit. Um 9:40 Uhr ging es los und gleich darauf nieselte es. Das blieb leider so, typisch englisches Wetter. Die Strecke war heute wieder hügeliger - ächz, dafür waren die Straßen und die Ausschilderung echt spitze gewesen. Nur der Regen und der kühle (12°C) Wind machten mir zu schaffen.

Es war sehr wechselhaft, erst Regen, dann hatte ich 30 km lang eine trockene Strecke und dann wieder Regen. Nach Leicester machte ich, unter einer Überführung, meine erste Pause (62 km). Ich wechselte mein T-Shirt und stärkte mich. Sowohl in Leicester als auch in Derby bin ich die Ring Road gefahren. Dies bedeutete, daß ich mehr Kilometer fahren mußte, aber ich verfuhr mich nicht in der Stadt.

Die 2. Pause machte ich hinter Derby in einem Häuschen einer Bushaltestelle. Als ich dort so rastete, ergoß sich das Wasser in Strömen aus den Wolken. Nun war nicht die große Landstraße (A6), sondern eine kleinere Straße, durch einen National Park mein Ziel. Ich passierte Ashbourne, ab hier riß die Wolkendecke auf und es wurde noch richtig warm (18°C). Die Aussicht in diesen National Park war atemberaubend. Es machte mir auch nichts aus, daß es immer hoch und runter ging. Die Steigungen betrugen manchmal 15 %. Es hat mich aber nicht gestört.

Dieses Hochgefühl, auf 422 m über N.N. hochzufahren ist unbeschreiblich. Ich habe es sehr genossen. Hier oben war wenig los, fast kein Verkehr, ein super Straßenbelag und viel Natur. Es war super. Bei km 144 machte ich nocheinmal Rast, ich wollte mich für die Abfahrt stärken, denn es ging zum Teil immer wieder bergauf. Zurückblickend bin ich ab Derby 50 km lang nur bergauf und bergab gefahren.

In Buxton bin ich um 20:15 Uhr angekommen und bekam ein Zimmer in einem Guest House ( 24,95 Pfund). Mein Urteil zu Unterkunft: Sowohl Zimmer, als auch das Bad waren top in Ordnung. Alles sehr sauber und gepflegt.

Das Frühstück hat mir auch sehr gut gefallen und reichte aus. Mein Rad durfte ich in die Garage stellen. Informationen und Kontakt: Braemer B&B , Proprietors: Maria und Roger Hyde, 10 Compton Road, Buxton, Derbyshire SK17 9DN, Tel.: 0044 1298 78050

Tag 10: Das letzte Stück | Buxton -> Preston | 97,5 km | 19,8 km/h | 4h:55min | 5h:50min

Heute hatte ich nicht viel vor. Es lagen gut 100 km vor mir. Ich frühstückte und machte mich langsam auf den Weg. Erst sah das Wetter gut aus, doch dies änderte sich nach 5 km. Ich bin aus Buxton herausgefahren, zu meinem Glück ging es wieder richtig bergauf. So war es kein Wunder, daß ich klatschnass geschwitzt war.

Ein kurzer Moment blieb mir, um mir Buxton von oben anzuschauen. Dann fing es so richtig an zu regnen. So etwas hatte ich auf meiner Tour noch nicht gehabt. Regen, so stark, daß ich nur gut 100 m weit sehen konnte. Das Wasser floß die Straßen hinunter, ohne in die Kanalisation zu fließen. Mein Rad wurde wieder sauber, der ganze Dreck der letzten Nieseltage war hinterher weg. Glück im Unglück, ich hatte zu diesem Zeitpunkt einen leichten Streckenabschnitt, es ging nur bergab - es war eine Mordsgaudi, durch den Regen zu rasen.

Von einem auf den anderen Moment, war ich wieder in der Zivilisation, die Natur zog sich immer weiter zurück, immer mehr Häuser säumten meinen Weg und auf einmal war ich schon in Manchester. In Manchester verlor ich, für einen kurzen Augenblick, die richtige Straße aus den Augen. Dann sah ich vor mir eine schwarze Wand am Himmel. So beschloss ich, hier kurz zu rasten, die momentanen Sonnenstrahlen zu genießen, bevor es wieder weiter ging. Bis jetzt waren 52 km geschafft.

Nach einer gemütlichen Pause ging es weiter. Kaum hatte ich ein paar Kilometer hinter mir, fing es wieder an zu regnen. Bis kurz vor Preston regnete es immer mal wieder, zudem hatte ich starken Wind von vorn. Als ich nach Preston kam, klarte der Himmel wieder auf und ich konnte mit einer kurzen Hose weiterfahren. Mein Bruder holte mich am Bahnhof ab, total beeindruckt von meiner Leistung.

Zusammenfassung: 1478 km in 92 Stunden