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England Tag 1 - 5
Tag 1: Der Anfang
Deutschland
Stendal - Schellerten
163 km
22,91 km/ h
7h:06min/ 9h
01.06.2002

Aller Anfang ist schwer.
Um 10:50 Uhr ging es in Stendal los. Immer Richtung Gardelegen, auf der B188. Dann über Oebisfelde, Wolfsburg, Lehrte und Braunschweig, durch Hildesheim nach Schellerten.
Den Weg bis nach Wolfsburg kannte ich schon, ich bin ihn oft mit dem Auto gefahren. Es war aber ein ganz anders Gefühl, diesen jetzt mit dem Rad zu fahren.
Das Wetter war nicht so schön, es war windig. Und ich hatte das Pech, diesen von vorn zu haben. Die Strecke war in Ordnung, hier und da konnte ich auf einem guten Radweg, ansonsten nur auf der Straße fahren. Der Belag bot sehr wenig Reibungswiederstand, dies machte den Kampf gegen den Wind und einzelne Hügel leichter.
Gegen Nachmittag zeigten sich die ersten Sonnenstrahlen und das Wetter wurde deutlich besser. Die erste Pause gönnte ich mir nach 50 km. Irgendwo hinter Gardelegen. Ich stärkte mich, aß einen Snickers, ein paar belegte Brote und genoss mein Stendaler Leitungswasser. In Wolfsburg angekommen, machte ich es mir in einem Eiscafe bequem. Nach 90 km war es Zeit, einen Milchshake zu trinken. Just in diesen Minuten, war das Spiel Deutschland gegen Saudi Arabien zu Ende gegangen. Auf den Straßen war die Hölle los. Ich erfuhr den Grund aber erst am Abend, durch die Nachrichten.
Nachdem ich mich gut durch Wolfsburg geschlagen hatte, näherte ich mich Braunschweig. Hier dauerte es richtig lange, bis ich wieder auf der richtigen Straße stadtauswärts war. Nach 140 km passierte ich Vechelde und pausierte erneut.
Gegen 19:45 Uhr traf ich in Schellerten ein und fand auch gleich einen Hinweis auf eine Unterkunft. Kurz nach dem Weg gefragt, und schon stand ich vor einem sehr schönem Haus. Nach freundlicher Begrüßung durfte ich mein Rad in der Garage unterstellen und mir wurden die Räumlichkeiten gezeigt. Ich war sehr zufrieden. (Preis 21,- €)
Mein Urteil zur Unterkunft: Es war alles top in Ordnung. Sehr gute und gepflegte Zimmer, sauberes Bad und ein sehr reichliches und ausgezeichnetes Frühstück (Brötchen, Ei, Cornflakes, etc.)
Rückblickend kann ich sagen, es war das beste Frühstück auf der Fahrradtour.
Informationen und die Kontaktadresse bitte der Homepage entnehmen:
http://www.bedandbreakfast-hinterthuer.de


eine Sommerwiese vor Wolfsburg

Kornblumen

die Autostadt in Wolfsburg

hinter Wolfsburg
Tag 2: Die längste Etappe
Deutschland
Schellerten - Warendorf
181 km
23,47 km/ h
7h:42min/ 9h:15min
Um 8 Uhr klingelte der Wecker, ich frühstückte ganz lecker und dann ging es auf der Landstraße nach Hildesheim.
Die Straße bis nach Hildesheim ist mit sehr guten Radwegen ausgestattet gewesen. In Hildesheim selber, hat das Radfahren ebenso Spaß gemacht. Bis auf einige Kilometer, vor und nach Lemgo ist die Strecke heute mit sehr vielen, schönen Radwegen versehen.
Nach 55 gefahrenen Kilometern hatte ich kurz vor Hameln meine erste Pause eingelegt.
Dann ging es weiter bis nach Aerzen. Dort habe ich dann meine ursprüngliche Strecke geändert (siehe auf der Karte - Blaue Linie). Ich wollte nicht mehr auf der Hautstraße fahren, und hatte mich für eine kleinere aber auch steilere Straße entschieden.
Es ging richtig schön steil nach oben. Nach Alverdissen war es dann aber bald geschafft. Die Straße fiel steil ab, ich fuhr eine Serpentine und war wieder auf der ursprünglichen Route.
105 km waren geschafft, Lemgo lagt hinter mir und ich gönnte mir die 2. Pause. Es war richtig heiß heute. Der Weg nach Bielefeld war schnell gefunden, die Radwege hier waren sehr, sehr schlecht. Ich irrte ein wenig durch die Stadt, bis ich wieder auf dem richtigen Weg war.
Steinhagen war nach rechts ausgeschildert, dieser Straße folgte ich. Es fuhr sich hier wirklich sehr gut, einige kleinere Ortschaften lagen auf meinem Weg, die Straßen und die Radwege waren super. Die Natur zeigte sich mit jedem Kilometer ein wenig mehr. So war es kein Wunder, dass die Straßen zwischen den Orten, nun 8 - 10 km, nur durch Wälder und Wiesen führten. Irgendwo auf dieser Strecke, zwischen Steinhagen und Harsewinkel, machte ich meine 3. Pause. 150 km waren geschafft.
Bis nach Harsewinkel, meinem Etappenziel war es nun nicht mehr weit. Dort angekommen, dachte ich aber noch nicht ans aufhören. Ich hatte seit einigen Kilometern so schönen Rückenwind. Diesen musste ich nutzen. Ich entschloss mich, noch bis nach Warendorf zu fahren.
So langsam bekam ich einen Leistungseinbruch. Die Kräfte wichen aus meinem Körper. Es war zwar nicht mehr weit, aber ich brauchte eine Pause. Bis hier waren es 175 km.
In Warendorf angekommen fand ich im Zentrum auch gleich ein schönes Hotel - Hotel Johann (Preis 37,- €).
Das Personal hätte etwas freundlicher sein können. Ich bekam mein Zimmer, stellte mein Rad in die Garage und duschte. Mein Abendessen servierte mir der Italiener in der Fußgängerzone. Meine Portion Ravioli alla Salvia war jedoch sehr dürftig.
Mein Urteil zur Unterkunft: Das Zimmer war sehr gut, die sanitären Anlagen waren sauber und machten einen gepflegten Eindruck. Ich hatte sowohl Dusche als auch eine Badewanne. Beim Frühstück war die Auswahl begrenzt, Brot und Brötchen waren zwar genug da, aber es hätte mehr Möglichkeiten zum Belegen geben können.
Informationen und die Kontaktadresse bitte der Homepage entnehmen:
http://www.hotel-johann.de

kurz nach Schellerten

eine kuriose Situation in Hildesheim - Wo ist denn der Automat?

nach Hildesheim

Erdbeerpflücker

kurz vor Alverdissen

Getreide
Tag 3: Probleme
Deutschland
Warendorf - Wesel
160 km
21 km/ h
5h:41min/ 7h:55min
Um 9:35 Uhr ging es los. Mit diesen großen Abständen zwischen den Dörfern und Städten kam ich heute besser klar. Es ergab sich aber eine Situation, mit der ich nicht im geringsten gerechnet hatte. Ich befand mich zwar im Flachland, dies hinderte aber die Straßenbauer damals nicht daran, diese über jeden Hügel zu bauen. So ging es immer rauf und runter. Die Straße war zwar gerade, größtenteils auch sehr gut, aber immer ging es die Hügel hoch und runter.
Die Straße nach Appelhülsen und Haltern war in Ordnung, aber danach war es die Hölle. Das Stück bis nach Schermbeck entpuppte sich als das schlechteste der ganzen Tour. Diese 20 km musste ich auf einer sehr schmalen, stark befahrenen und schlechten Straße fahren. Der Lkw-Verkehr war hier sehr stark. Alle paar hundert Meter kam einer von vorn, oder es überholte mich einer. Die Situation war sehr brenzlig, den es gab keinen Seitenstreifen. Der Straßenbelag war auch sehr rau und wellig.
Die Pausenabstände der Vortage konnte ich nicht einhalten. So stoppte ich heute nach Appelhülsen (bei 50 km), hinter Wulfen (ca. 80 km) und 18 km vor Wesel (102 km).
Mein rechtes Knie bereitete mir heute Probleme. Es schmerze bei jeder großen Kraftanstrengung.
Als ich dann in Wesel ankam, hörte ich lieber für heute auf, ich wollte mein Knie schonen. Deshalb suchte ich mir ein Quartier, dabei war mir eine Mitarbeiterin des ADACs (Filiale am Ortseingang) sehr hilfreich. Mein Etappenziel Geldern verpasste ich somit um 32 km.
Noch kurz etwas zu Münster, diese Stadt betitelt sich als große Radfreundliche Stadt. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Die Radwege waren zum Teil schlecht, holprig, von Wurzeln angehoben und aufgerissen. Die Ausschilderung ließ ebenfalls zu wünschen übrig. Ich fuhr nach den Wegweisern und stand plötzlich vor einer Kraftfahrstrasse. Eine Ausschilderung auf eventuelle Radwege gab es nicht. Erst nach Auskunft eines Polizisten kam ich wieder auf den rechten Weg.
Mein Urteil zur Unterkunft: Das Zimmer mit Waschbecken, Frühstück und einem Etagenklo mit einer Etagendusche kostete mich 25 €.
Ansich nicht schlecht. Das Zimmer roch aber sehr nach abgestandenem Rauch. Die Gardinen waren auch schon ewig nicht mehr gereinigt worden. Auch die Öffnung des Dachfensters änderte am Geruch nicht viel. Die sanitären Anlagen waren ansich ok. Dusche und Klo waren sauber, aber auf die kleinen Dinge achtete man scheinbar weniger. Der Vorleger vor der Dusche war schmuddelig.
Am Abend fing es dann an zu regnen. Da ich das Fenster schließen musste, heizte sich das Zimmer schnell auf und mir lief nachts der Schweiß vom Körper. Dadurch wachgehalten, hielt sich mein Schlaf in Grenzen. Ebenso trug die völlig durchgelegene Matratze ihren Teil dazu bei.
Als ich dann am Morgen zum Frühstück ging erlebte ich die nächste Überraschung. Vom kühlen, gut durchlüfteten Flur lief ich wie gegen eine Wand, als ich den Frühstücksraum betrat. Hier war die Luft ebenso abgestanden und heiß wie in meinem Zimmer. Das Frühstücksangebot war auch sehr dürftig. Ich konnte keine Milch trinken, da eine Vertiefung in der Tülle der Kanne, von alter Milch schon ganz gelb war. Das erste Stück Butter war auch dunkelgelb und laut Verfall 3 Tage überfällig. Ich aß nur das Nötigste, bezahlte mein Zimmer, holte mein Rad aus der Garage und verschwand ganz schnell.
Diese Übernachtung war die schlechteste der Tour und ich kann dieses Hotel niemandem empfehlen.
Darum hier die Adresse: Hotel Zur Aue, Reeser Landstrasse 14, 46483 Wesel

Der Marktplatz in Warendorf

Sonnenuntergang in Wesel
Tag 4: Grenzen
Deutschland, Niederlande, Belgien
Wesel - Diest
167 km
23 km/ h
7h:11min/ 10h:30min
Nach dem schlechten Frühstück ging es um 8:35 Uhr auf die Piste. Durch Alpen bis nach Issum. Dort füllte ich meine Vorräte etwas auf. Brot, Käse, Wurst und Bananen waren mein Begehr. Ich erreichte Geldern, nun war die Grenze nach Holland nicht mehr weit. Es gab immer weniger Verkehr, die Straßen wurden kleiner und dann war ich auf einmal in den Niederlanden. In Venlo stand ich dann leider wieder einmal vor einer Kraftfahrstraße, ein Radweg war nicht vorhanden. Zum Glück fand ich bei der Ortsdurchfahrt die Stadtinformation, dort fragte ich nach dem Weg und bekam auch gleich eine kleine Karte mit. Nun war es ein leichtes den richtigen Weg zu finden. Noch in Venlo, auf einer Wiese machte ich meine erste Pause. Bis hierhin waren es 57 km.
Hinter Venlo ging es über Helden nach Weert. Auf der Karte fand ich diesen Steckenabschnitt schon interessant. Es schien eine endlos lange Straße nach Weert zu sein. Dies bestätigte sich auch. Es ging ca. 15 km nur geradeaus. Die Straße folgte einem Kanal und war leider nicht für Radfahrer freigegeben, auf einem Radweg auf der anderen Seite des Kanals kam ich dennoch nach Weert. Alle 5 km gab es einen Kreisverkehr und die Kanalseite wurde gewechselt. So ging es bis nach Weert. Kurze Zeit später erreichte ich die Grenze nach Belgien. Meine 2. Pause machte ich bei 110 km.
Auf dem Weg nach Hechtel näherte ich mich einem Radfahrer, nachdem ich ihn überholt hatte, setzte er sich in meinen Windschatten. Er machte auch keine Anstalten einmal vorbeizufahren. Doch der Zufall war auf meiner Seite, denn ein Plattfuß suchte sein Hinterrad heim. Nun konnte ich in einem ruhigerem Tempo weiterfahren.
Der weitere Weg nach Diest gestaltete sich als nicht so schwierig, 8 km vor Diest machte ich meine 3. Pause, und stellte leider fest, daß es gar nicht so leicht ist, in Diest eine Unterkunft zu finden. Erst nachdem ich mich herumgefragt hatte, erklärte man mir, daß hier nur eine Jugendherberge (15 €) zu finden ist.
Noch kurz etwas zu den Radwegen, wenn man in Holland einen gefunden hat, ist er gut. In Belgien sind die Radwege aus Platten gebaut. Daher hat man alle 3m einen kleinen Huckel, wenn man über die Plattenkanten fährt.
Mein Urteil zur Unterkunft: Die Räumlichkeiten waren sehr gepflegt. Das Zimmer verfügte über ein Waschbecken und 2 Betten. Die Sanitären Anlagen waren ebenfalls sehr sauber. Das Frühstück war schlicht, gut und reichlich. Mein Rad verbrachte die Nacht im Fahrradkeller.
Informationen und Reservierung unter: Jeugdherberg Den Drossaard, Sint-Jansstraat 2, 3290 Diest, Tel: 0032 13 313721, Fax: 0032 13 313721

noch in Wesel

an der deutsch - niederländischen Grenze

Die Kanalstrecke nach Weert (Blickrichtung nach Helden)

an der niederländisch - belgischen Grenze
Tag 5: Der erste Regen
Belgien
Diest - Torhout
175 km
22,5 km/ h
7h:48min/ 9h:50min
9:25 Uhr war Aufbruch. Das erste Ziel war der Ort Aarschot. Der Wind kam heute aus Richtung Südwest, es war kalt (18°C) und es fing bald an zu nieseln. Jetzt mußte ich meine Regenkleidung das erste Mal anziehen. In der Nähe von Haacht, bei km 50 machte ich Pause. Hier konnte ich sehr schön die Flugzeuge vom Airport Brüssel starten sehen.
Dann ging es weiter nordwestlich. Gut 19 km vor Gent machte ich erneut Rast. Das schöne war, die Wolkendecke ries auf und die Sonne schien (Temperatur 23 Grad) wieder. Ich trocknete meine Jacke und zog mir ein trockenes T-shirt an. Bis hier hatte ich einen Schnitt von 20 km/h.
Nun flog ich bis nach Lichtervelde, hier stoppte ich zum dritten Mal.
Nachdem ich hier kein freies Zimmer im Motel an der Autobahn bekam, schickte man mich nach Torhout. Dort kehrte ich in ein schönes Hotel ein. Der Zimmerpreis betrug allerdings 50€. Den Abend rundete ich im Restaurant mit einem schönes Steak ab.
Die Radwege waren heute sehr holprig und zum Teil sehr schlecht, sie wurden hinter Gent besser.
Mein Urteil zur Unterkunft: Ein kleines aber feines Zimmer hatte ich. Mein Rad konnte ich im Haus unterstellen und sowohl das Zimmer, die sanitären Anlagen, als auch der Rest vom Hotel waren sehr sauber und gepflegt. Bis auf den Preis war das Hotel in Ordnung.
Informationen unter: Hotel DE BEIAARD, Markt 2, B-8820 Torhout, Tel.: 0032 50 221345, Fax: 0032 50 222794

das Atomium in Brüssel

2 km vor Torhout